Marokkanische Gastfreundlichkeit – jetzt in Echt

So – genug in den Städten bei Regen umhergewuselt. Gestern bin ich aufgebrochen um ein Weilchen zu Fuß durch den Atlas zu laufen. Ich hatte ein ungefähres Ziel und bin einfach querfeldein üer die Berge oder habe günstig gelegende Wege benutzt. In den Berberdörfern in den Bergen errege ich viel Aufmerksamkeit. Besonders für Kinder dort bin ich anscheinend soetwas wie ein exotisches Phantasiewesen.

Ich laufe einen Weg lang, der ungefähr in meine Richtung führt und werde von ein paar Straßenarbeitern verständnislos angesehen. Einer der Arbeiter kräht mich wie eine Mischung aus Hahn und Esel an. In dem Krähen liegt so eine Überzeugungskraft, das ich denke es ist eine Art Berberdialekt, den ich nicht verstehe. Ich versuche vergeblich eine Unterhaltung anzufangen. Immer wieder dieses Krähen. Langsam wird mir klar, das der Mann einen Sprachfehler hat. Ich verabschiede mich auf arrabisch und erhalte im Gegenzug ein Krähen aus einem strahlenden, abgewetzten Berbergesicht.

Später am Tag mache ich in einem Olivenhain Pause. Ich schäle gerade meine erste Mandarine, da kommt ein Esel mit einem Mann des Weges und läd mich zu einem Tee ein. Ich lehne erst ab, weil ich noch zu meinem Zielort mit einem kleinen Hotel will. Er bietet mir daraufhin an bei ihm und seiner Familie zu schlafen. Hmm. Eigentlich wollte ich ja keine Einladungen mehr annehmen, aber die Situation war neu und wir waren weit abseits irgendwelcher Touristenzentren. Ich beschloß dem noch eine Chance zu geben. Rahmani Mustaffa ist Berber und lebt mit seiner Mutter, seiner Frau und zwei kleinen Töchtern in einem einfachen Haus in den Bergen und lebt vom Olivenanbau und Landwirtschaft. Ich bot der kleinen, zweijährigen Tochter meine letzte Mandarine an, worüber sie sich sehr freute. Wir machten noch einen Ausflug zum lokalen Miniladen, wo wir unterwegs von seiner Schwester in ihr Haus zum Essen eingeladen wurden. Man ißt hier traditionell mit den Händen bzw. mit Fladenbrot und es wird immer zusammen von einem großen Tajin gegessen. Später gab es dann nochmal Tajin bei Rahmanis Familie, wo nach unserer Rückkehr auch schon die gesamte Großfamilie anwesend war. Onkel, Tanten, Brüder Schwestern mit jeweils ihren Kindern… Das Haus war kahl. Es gab nur einen Teppich, Kissen und Decken. Alle sitzen auf dem Boden. Gegessen wurde von einem kleinen niedrigen Tisch ohne Stühle. Aber ein großer Flatscreen TV hing an der Wand, was neben mir wahrscheinlich der Hauptgrund für den Menschenandrang im Haus war. Es gab „sehr interessante“ Bolliwoodfilme auf arabisch. Genau mein Ding :D. Ich konnte mich noch etwas mit seiner anderen Tochter austauschen, die schon zur Schule geht und dort gerade arabisch lesen lernt, genau wie ich.
Geschlafen wird auch auf dem Boden. Es gibt keine Heizung, nur Decken. Toilette gibts auch nicht. Man geht einfach vor die Tür.

Alles in allem war es eine sehr schöne Erfahrung und niemand wollte Geld für irgendetwas.

Das einzige was wirklich stört ist, das offenbar wirklich ALLE Marokkaner rauchen und die meisten rauchen eine Zigarette nach der anderen. Rahmani hat schon Lungenprobleme und will mit dem Rauchen aufhören. Er fragte mich, ob es in Deutschland ein Medikament gibt, mit dem man von der Sucht geheilt werden kann, was ich leider verneinen mußte. Seine Freunde und Familie, wollten mir gar nicht glauben, das es in Deutschland viele Leute gibt, die nicht rauchen.

Genauso ist es offenbar auch mit dem Zuckerkonsum. Fast alle Marrokaner, die ich bisher getroffen habe, hatten halb verrottete Zähne oder nur noch die Hälfte, von denen wiederum die Hälfte schwarz war. Coca Cola und Tee mit 10 Stück Würfelzucker Tag ein Tag aus mindestens 5 Mal am Tag. Dann noch den ganzen Süßkram vom Bäcker. Die wenigsten Menschen machen sich jedoch Gedanken, warum sie so schlechte Zähne haben. Es ist immer sehr schwierig einen Tee ohne Zucker zu bekommen. Ich muß immer dreimal erleutern um sicherzugehen das es verstanden wurde. Und selbst dann bekomme ich 10 Würfel Zucker neben den Tee, falls ich es mir doch noch überlegen sollte. Ich bekam immer wieder das Argument zu hören: Wir brauchen doch den Zucker weil wir hart arbeiten. Jaja. Kalorien und so. Die Zähne sprechen ihre eigene Sprache :D.

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Lebe grün und frei,
Der Wildgruenwanderer 🙂

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